Altena: Biber-Hotspot
Haben Sie sie schon gesehen? Abgenagte Stöcke? Bäume mit Nagespuren? Vielleicht sogar einen abgenagten Baum? Nachdem der Biber 1988 im Biesbosch und im Gelderse Poort ausgewildert wurde, ist die Population erheblich gewachsen. Und der Biber-Hotspot der Niederlande? Der liegt derzeit in der Gemeinde Altena, und zwar an der Biesboschlinie.
Hydraulische Strickerinnen
Der Biber ist ein großes Nagetier, das am liebsten im und am Wasser lebt. Er baut sich seinen eigenen Bau: die Biberburg. Der Eingang zur Biberburg liegt unter Wasser, sicher geschützt vor Raubtieren. Gibt es dort kein Wasser, wo er es haben will? Ein Biber gibt nicht auf. Mit seinen scharfen, leuchtend orangefarbenen Vorderzähnen nagt er Äste und Bäume ab, die er zum Bau von Dämmen verwendet. Mit diesen Dämmen beeinflusst er den Wasserstand in der Umgebung seines Baues. Er verändert den Lauf von Bächen und Flüssen und schafft sogar seine eigenen Seen. Dämme von 150 Metern Länge sind keine Seltenheit, es wurden sogar schon 800 Meter lange Biberdämme gefunden.
In den Niederlanden legt der Biber dieses Verhalten übrigens nicht an den Tag. Unser Land ist wasserreich genug, dass der Biber eine sichere Behausung bauen kann, ohne ein eigenes Deltawerk zu errichten.
Tiere der Familie
Wenn Biber Menschen wären, hätten sie ein Reihenhaus, einen 9-5-Job und 1,7 Kinder pro Familie. Sie sind echte Familientiere. Biber sind monogam und leben zusammen mit ihren Jungen in ihrem Bau.
Pro Trächtigkeit bringt der Biber 2-6 Junge zur Welt. Die jungen Biber verlassen ihren elterlichen Bau erst, wenn sie nach 2-3 Jahren geschlechtsreif sind. So leben manchmal bis zu 10-20 Tiere in einer Behausung. Die Biberburg besteht aus mehreren Räumen. Eine feuchte Kammer, in der der Biber sein Fell ausschütteln kann, und eine trockene Kammer. Diese trockene Nestkammer liegt etwa 20 cm über dem Wasserspiegel.
Naturmanager entlang von Flüssen
Biber haben einen erheblichen Einfluss auf die Natur in ihrem Gebiet. Sie verändern nicht nur den Lauf der Gewässer, sondern haben durch ihr Nagen auch einen großen Einfluss auf die Artenvielfalt in dem Gebiet. Sie fressen gerne Rinde, die sie von Bäumen abnagen. Die Bäume überleben dies oft nicht auf Dauer. Abgestorbene Bäume ziehen Insekten an, und diese Insekten wiederum locken Vögel an, wie z. B. Spechte. Abgestorbene Bäume ebnen auch den Weg für neue Vegetation. Auf diese Weise kann eine Biberfamilie die Landschaft im Laufe der Zeit nachhaltig prägen.
Übrigens sind nicht alle gleichermaßen davon begeistert. Der Biber baut, wo er will, und das kann durchaus an einem für den Menschen ungünstigen Ort sein. So hat er zum Beispiel beschlossen, mit seinem Bau jahrelang eine Fußgängerbrücke in den Struikwaard zu besetzen. Manchmal graben Biber auch Tunnel in Deiche und schwächen sie dadurch. Aber im Allgemeinen ist die Ankunft eines Bibers eine gute Nachricht für die Natur.
Biber-Hotspot Altena
In Altena leben Biber im Biesbosch und entlang aller Flüsse. Man kann ihre Spuren zum Beispiel in der Groesplaat und im Struikwaard entdecken. Bei einem Spaziergang dort einen Biber finden? Das ist nicht einfach, denn sie sind scheue Nachttiere. Am besten halten Sie Ausschau nach abgenagten Ästen und Nagespuren an Bäumen. Vielleicht können Sie sogar sehen, wo er gelaufen ist: Sein breiter, flacher Schwanz schleift beim Laufen über den Boden und hinterlässt eine deutliche Spur.
Versuchen Sie Ihr Glück? Machen Sie einen Spaziergang durch die Auen in den frühen Morgenstunden oder in der Abenddämmerung. Wer weiß, vielleicht haben Sie ja Glück und sehen einen dieser wuselnden Knabberer in natura. Nehmen Sie Ihr Fernglas mit!