Kasematten in Altena

| Kathelijne Nieuwerkerk | Lesezeit: 5 Minuten |

Man findet sie überall in Altena verstreut: kleine Betonbauten mit einem Dach in Form einer abgeflachten Pyramide. Manchmal stehen sie an unerwarteten Orten: inmitten eines Obstgartens oder einer Kleingartenanlage. Andere schauen einsam auf das Wasser hinaus. Was sind das für Bauten und warum sind sie hier?

Keine Bunker

Die Betonblöcke werden offiziell als "Gruppenunterkunft Typ P" bezeichnet. Sie wurden von November 1939 bis April 1940 von der niederländischen Verteidigung am Rande der Überschwemmungsfelder der Nieuwe Hollandse Waterlinie errichtet. Sie dienten als Unterkünfte für 12 Soldaten, wurden aber letztlich nie für diesen Zweck genutzt.

Die Gruppenunterstände wurden also von den Niederländern gebaut. Sie dürfen daher nicht offiziell als Bunker bezeichnet werden, denn Bunker sind deutsche Bauwerke. Einem Volksmärchen zufolge wurde das Material für die Bunker in Deutschland gekauft.

Haken und Beine

Wenn man sich die Unterstände des Typs P in der Biesboschlinie genauer ansieht, fallen zwei Dinge auf: Sie stehen oft auf Betonfüßen und die Dächer sind mit Haken versehen. Zunächst zu den Haken: Sie dienten dazu, Balken und Äste zu halten. Sie dienten dazu, die Lehmabdeckung zu befestigen. Diese Abdeckung diente als Tarnung und zusätzliche Panzerung.

Die Beine waren ursprünglich nicht sichtbar. In den letzten 80 Jahren hat sich das Bodenniveau an vielen Stellen durch Entpolderung abgesenkt. Dadurch sind die Pfähle freigelegt worden. Die Kasematten zeigen daher deutlich, wie weit sich der Boden gesenkt hat. Die meisten Kasematten stehen noch fest auf ihren Beinen. Einige wenige, wie in Werkendam, haben ihr Gleichgewicht verloren.

Kasematten in Altena

Die Neue Niederländische Wasserstraße verläuft mitten durch die Biesboschlinie. Von Woudrichem bis Werkendam ziehen sich die Kasematten wie eine Kette durch die Landschaft.

Möchten Sie die Kasematten besichtigen? Auf unserer Wanderroute Rondje Fort Altena (±12,5 km) stoßen Sie auf mehrere von ihnen. Eine kürzere Route ist auch beim Fort erhältlich. Bevorzugen Sie das Radfahren? Auch das können Sie tun! Radeln Sie vom Fort Altena über De Schans nach Werkendam, oder schlängeln Sie sich durch den Polder in nordöstlicher Richtung nach Woudrichem. Und wer echte Radlerbeine hat, kann auch beides machen.

Der Koepelkazemat in Werkendam liegt nur einen Steinwurf vom Fort Altena entfernt und ist einer der "Bunker", die eine neue Verwendung gefunden haben. Der ursprüngliche Geschützturm wurde bereits während des Zweiten Weltkriegs entfernt, aber durch einen neuen ersetzt. Von dieser Kuppel aus dürfen nur Fotos gemacht werden: Sie ist ein Vogelversteck!

Von der Straßensperre zum Fledermaushaus

Von den insgesamt 700 Kasematten des Typs P entlang der gesamten Wasserlinie sind etwa 550 erhalten geblieben, mehrere Dutzend davon in der Biesboschlinie. Wenn Sie sich bei Ihren Streifzügen durch Altena genau umsehen, ist diese große Zahl ganz außergewöhnlich. Sie werden feststellen, dass die Schutzhütten manchmal furchtbar im Weg stehen. Sie sind auch kein Aushängeschild für 'Dutch Design', sondern können zu Recht als Betonklötze bezeichnet werden.

Einer der Gründe, warum so viele der Gruppenunterkünfte noch stehen, ist, dass sie Schutz gegen Mörser und Granaten bieten mussten. Das wäre sicherlich gelungen, wenn es jemals dazu gekommen wäre. Als man nach dem Krieg versuchte, sie abzureißen, war das kein leichtes Unterfangen. Es waren viele Kilo Sprengstoff nötig, um die dicken Mauern zum Einsturz zu bringen. Glücklicherweise blieb auf diese Weise ein Stück niederländischer Geschichte unversehrt.

Wenn du sie nicht schlagen kannst, dann schließe dich ihnen an, lautet die Devise. Viele der Unterstände haben eine andere Verwendung gefunden: vom Schafstall bis zum Winterquartier für Fledermäuse.

Mittlerweile sind die meisten Bunker geschützt. Das gilt zumindest für die zwischen Fort Altena und Woudrichem. Sie gehören zu den Forts, die nationale Denkmäler sind.

Ökologische Funktion

Neben einer historischen und touristischen Funktion haben die Kasematten auch eine ökologische Funktion. Fledermäuse entdeckten die Bunker bald als ideale Überwinterungsquartiere.

Damit diese Tiere ungestört schlafen können, sind einige der Unterschlüpfe mit einer Tür mit "Briefkasten" ausgestattet. Menschen können nicht hinein, aber die Fledermäuse können herauskommen. In diesen Typ-P-Unterkünften befindet sich außerdem oft eine Schicht aus feuchtem Sand auf dem Boden. Fledermäuse mögen eine feuchte Umgebung und der Sand hilft ihnen dabei.

Darüber hinaus ist der Beton auch ein gutes Substrat für Moose und Flechten. Manchmal wachsen bis zu 15 Moosarten auf einem Bunker!

Lesen Sie mehr über die Kasematten?

Die Stiftung Piramides in de Polder hat alle noch existierenden Gruppenunterkünfte vom Typ P fotografiert und kartiert. Auf ihrer Website finden Sie eine interaktive Karte, auf der alle Kasematten mit historischen und technischen Informationen verzeichnet sind. Die Stiftung hat auch ihr Buch 'Cast from Concrete' veröffentlicht. Es kann hier bestellt werden.

Unser herzlicher Dank gilt Hannie Visser-Kieboom - Journalistin, Fremdenführerin in Fort Altena und Mitglied des Wasserverbandes - für ihre Informationen über die Gruppenunterkünfte in der Region.

Lotte entdeckt die Kasematten

Bei ihrer Erkundung der Biesboschlinie besucht Lotte neben einer Windmühle auch mehrere Kasematten. Erleben Sie es mit ihr in Folge 1 von "Lotte entdeckt die Biesboschlinie".