Die Kornsche Boezem

| Kathelijne Nieuwerkerk | Lesezeit: 5 Minuten |

Was prähistorische Schnecken mit modernem Naturmanagement zu tun haben - und wie man sie im Kornsche Kornsche Boezem in Dussen genießen kann.

Haben Sie Ihr Auto schon einmal morgens unter einer Schicht aus feinem Saharasand gefunden? Wahrscheinlich haben Sie in dem Moment kaum darauf geachtet. Vielleicht haben Sie nur gedacht: Und ich habe es gerade gewaschen. Hier in den Niederlanden ist dieser Staub allenfalls ein wenig lästig. Aber wussten Sie, dass dieser Staub wichtige Mineralien für die Natur enthält? Und wussten Sie, dass der Amazonas-Regenwald ohne diese eingeflossenen Mineralien nicht existieren würde?

Weit weg von meinem Bett, könnte man meinen. Aber Altena hat eine ebenso wunderbare, unsichtbare Verbindung zu einem anderen, weit entfernten Gebiet: De Kornsche Boezem würde ohne prähistorische Schnecken aus dem belgischen Kempen ganz anders aussehen.

Wenn Sie mehr über die Ursprünge des Kornsche Boezem und seine Verbindung zu den Kempen wissen wollen, müssen wir 12.000 Jahre zurückgehen. Wir gehen in großen Sprüngen, also halten Sie sich fest.

12.000 Jahre Geologie in 2 Minuten

Vor 12.000 Jahren war die Region Altena direkt mit dem Meer verbunden. Das Gebiet war ein sumpfiges Delta, das regelmäßig überflutet wurde. In diesem Delta entwickelten sich drei Bodentypen: Torf, höhere Sandrücken und Tonablagerungen in den unteren Becken: Schüsselton. Es war eine raue, unbewohnte Landschaft.

Vor etwa 5.500 Jahren ließen sich die ersten Menschen auf der Insel nieder. Sie bauten ihre Siedlungen auf den höher gelegenen sandigen Böden. Dort saßen sie hoch und trocken, geschützt vor Überschwemmungen.

Mittelalter: Pressen auf dem Sand

Doch im frühen Mittelalter, um das Jahr 1100, wuchs die Bevölkerung. Die sandigen Böden wurden zu eng, so dass auch die feuchten, tiefer gelegenen Gebiete urbar gemacht werden mussten. Im Mittelalter wurde ein System von Gräben, Wasserläufen, Speicherbecken und Deichen angelegt. Das Delta verwandelte sich in einen echten Polder: den Groote oder Hollandsche Waard.

Zweite St. Elisabeth-Flut: Ursprünge der Kornsche Boezem

Die zweite St.-Elisabeth-Flut (1421) und die Überschwemmungen im Jahr 1423 rissen große Löcher in die Deiche. Dies bedeutete das Ende der Groote Waard. Die Gezeiten übernahmen wieder die Kontrolle über das Land. Vor allem im Westen des Gebiets, in der Nähe des Hollands Diep, wurde das Land durch das ein- und auslaufende Wasser erodiert. Es bildete sich ein neues Delta. Dieses Delta gibt es heute noch: den Biesbosch.

Mit neuen Deichen und einem neuen Wasserregime wurde das Gebiet dann wieder bewohnbar gemacht. Eines der neuen Speicherbecken in diesem Wasserwirtschaftssystem war De Kornsche Boezem.

Wir haben es fast geschafft: 1954, das Flurbereinigungsgesetz

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Altena immer noch ein sehr feuchtes Gebiet. Aufgrund der vielen Gräben und Parzellen war das Land zersplittert. Das Land eines Bauern war oft über die ganze Region verstreut. Wer effektiv wirtschaften will, braucht große, zusammenhängende Flächen, auf denen ein optimaler Wasserstand für die dort wachsenden Pflanzen eingestellt werden kann. Das Flurbereinigungsgesetz bot eine Lösung: Die Bauern tauschten ihre Grundstücke. Gräben und Gräben wurden zugeschüttet und verlegt. So wurde Platz für eine effiziente Landwirtschaft und Viehzucht geschaffen.

Das Flurbereinigungsgesetz regelte auch, dass Raum für die Natur erhalten werden sollte. In Altena wurde der Kornsche Boezem als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Inmitten des sich schnell verändernden Polders wurde in diesem Stück Natur die Zeit angehalten.

Da sind sie: prähistorische Schnecken

Zurück zu den Schnecken. Wie bereits erwähnt, sind das belgische Kempen und die Region Altena unsichtbar miteinander verbunden. Diese Verbindung besteht nicht nur aus dem vom Wind verwehten Staub, sondern auch aus dem Grundwasser. Das Regenwasser, das im Gebiet Lommel-Neerpelt (B) im Boden versickert, taucht im Land von Heusden und Altena als Sickerwasser wieder auf : abfließendes Grundwasser. Bevor Regenwasser zu Sickerwasser wird, hat es eine Reise von etwa 30.000 Jahren hinter sich.

Das Wasser fließt nicht nur im Schneckentempo, es filtert auch durch Schichten von sandigen Flussablagerungen, die viel Kalk enthalten. Dieser Kalk? Er stammt aus prähistorischen Schneckenhäusern und anderen Muscheln. Das Sickerwasser im Heusdener und Altenaer Land ist also kalk- und eisenhaltig. Diese Mineralien sorgen für eine besondere Flora und Fauna.

Aber was hat das mit Naturmanagement zu tun?

Im Kornsche Boezem wird der Wasserstand sorgfältig mit Gräben, Durchlässen und Wehren reguliert, um eine Versickerung zu ermöglichen. Deshalb findet man gerade in diesem Gebiet ungewöhnliche Pflanzen wie Krebsschere, Stechpalme und Segge. Auch der geschützte Moorfrosch und der Flusskrebs fühlen sich hier wohl.

Durch ein sorgfältiges Wildtiermanagement im Kornsche Kornsche Boezem können wir uns hoffentlich auch in ferner Zukunft an der Arbeit der prähistorischen Schnecken in Altena erfreuen.